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Ministerin Ahnen besucht Sanierungsprojekte auf der Festung Ehrenbreitstein

Die Festung Ehrenbreitstein in Koblenz. Foto: LBB Rüdiger Mosler, Nochern
Festungsgastronomie bekommt zentrale Großküche
Im Ravelin der Koblenzer Festung Ehrenbreitstein werden zurzeit Büros eingerichtet. Das Anfang des 19. Jahrhunderts von den Preußen zum Schutz von Hauptwall und -graben errichtete Bauwerk soll vom Spätherbst an als Interimsquartier für die Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) dienen. Deren Domizil, die Rheinbastion, wird anschließend umfassend saniert. Finanz- und Bauministerin Doris Ahnen nahm auf ihrer Sommertour zu wichtigen Bauprojekten des Landes am 10. Juli die historische Festung in Augenschein.

Koblenz – Auch nach der Generalsanierung der Festung Ehrenbreitstein im Vorfeld der Bundesgartenschau 2011 in Koblenz bleibt der Erhalt der zunächst kurtrierischen und später preußischen Befestigungsanlage eine Daueraufgabe. Seither hat der Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (Landesbetrieb LBB) im Auftrag des Landes Instandhaltungsprojekte im Gesamtumfang von rund 1 Mio. Euro pro Jahr umgesetzt. Im Frühjahr wurden die Arbeiten zur statischen Sicherung an den beiden Gebäuden des Landesmuseums – Landbastion und Hohe Ostfront – abgeschlossen. Die im Spätjahr startende Sanierung der Rheinbastion ist mit rund 5,5 Mio. Euro veranschlagt.

Finanz- und Bauministerin Doris Ahnen sagte: „Wer die Festung Ehrenbreitstein aus der Zeit vor der Bundesgartenschau kennt, der sieht, welche unglaubliche Entwicklung dieser besondere Ort als touristisches Ziel, als Ausstellungs- und Veranstaltungsort seitdem genommen hat. Es wurden damals 45 Mio. Euro investiert. Damit ist das Engagement des Landes aber bei Weitem noch nicht erschöpft: In der Rheinbastion soll eine neue Zentralküche zukünftig die Qualität der Festungsgastronomie sicherstellen. Im Steilhang zur Rheinseite werden die Stützmauern der Schlosshöfe saniert, eine spektakuläre Baustelle! Zusätzlich gibt es weitere 11 kleinere und größere Baumaßnahmen für den Erhalt des weit über die Landesgrenzen bekannten Baudenkmals.“

An der Rheinbastion werden – wie zuvor schon an der Landbastion und der Hohen Ostfront – auch die Außenwände mit stählernen Ankern und spezieller Vernadelungstechnik statisch gesichert. Damit wird Vorsorge gegen die im Rheingraben häufigen, kaum wahrnehmbaren Mikro-Erdbeben und Bewegungen im Fels getroffen, die das 150 Jahre alte Mauerwerk schädigen könnten.

Wo nötig, wird das Bruchsteinmauerwerk ausgebessert. Die oberen Mauerwerksflächen werden von Bewuchs befreit, loses Fugenmaterial wird entfernt und durch denkmalgerechten Kalkmörtel ersetzt. Die Maueroberflächen werden mit Sandstrahlverfahren gereinigt. Auch für das Dach steht nach Jahrzehnten eine umfassende Sanierung an. Und im Inneren des Gebäu-des tut sich was: Für die  Veranstaltungs-Gastronomie auf der Festung wird eine neue Großküche eingebaut, um die heute auf mehrere Gebäude verteilten Küchenkapazitäten unter einem Dach zusammenzufassen. Die Rheinbastion eignet sich dafür wegen ihrer zentralen Lage und der Kühlzellen im Keller.

Die im Gebäude vorhandene, jedoch in die Jahre gekommene Spülküche wird erneuert.

Um die mit insgesamt 5,5 Mio. Euro veranschlagten Arbeiten innerhalb von voraussichtlich zwei Jahren bewältigen zu können, haben Landesbetrieb LBB und GDKE vereinbart, dass an der Rheinbastion ganzjährig durchgearbeitet werden kann. Normalerweise finden Instandhaltungsarbeiten mit Rücksicht auf die sommerliche Besuchersaison nur von Oktober bis März statt. Auf sauberes Geschirr muss aber niemand verzichten: Für die Spülküche wird es auf dem Gelände eine temporäre Ersatzlösung geben.

„Die Veränderungen sollen vor allem zu einem noch besseren Angebot für die Besucherinnen und Besucher führen, zudem werden die Arbeitsabläufe der Festungsgastronomie massiv vereinfacht. Um die Baumaßnahmen zu ermöglichen, ziehen wir als GDKE mit den Kolleginnen und Kollegen der Verwaltung und des Landesmuseums in neu geschaffene Büroräumlichkeiten in den Bereich des Ravelins“, so der Generaldirektor der GDKE, Thomas Metz.

Der Geschäftsführer des Landesbetriebs LBB, Holger Basten, sagte: „Auf diesem ungewöhnlich großen und weitläufigen Komplex sind Sicherungs- und Sanierungsarbeiten häufig an mehreren Gebäuden gleichzeitig notwendig. Durch den ständigen und guten Austausch unserer Fachleute mit den Kolleginnen und Kollegen der GDKE können wir vorausschauend planen und gemeinsam am Erhalt der Liegenschaft sowie ihrer touristischen Weiterentwicklung arbeiten. “ 

Sanierung der Stützmauer erfordert Spezialgerüst

Für die Sanierung und statische Sicherung der halbrunden Stützmauer am Oberen Plateau, circa 140 Meter oberhalb des Rheines, wurde am Montag, 10. Juli, mit dem Bau eines speziellen Hängegerüsts begonnen. Da der zum Rhein hin steil abfallende Westhang am Fuß der Stützmauer keine Aufstellfläche bietet, wird das Gerüst hängend am Oberen Plateau mit Gegengewichten verankert. Die Planung des komplizierten Gerüsts nahm mehrere Monate in Anspruch.

Eine Kletter-Erkundung bestimmter Mauerabschnitte durch einen spezialisierten Restaurator im Sommer 2016 hatte keine unmittelbare Gefährdung ergeben, sie bestätigte aber Handlungsbedarf wegen loser Mauerwerkspartien. Vorsorglich wurde ein Sicherungsnetz über die Wand gespannt und entlang des Felsenwegs ein vier Meter hohes Fanggerüst aufgestellt, um möglichen Steinschlag abzufangen.  

Vom Hängegerüst aus soll das Mauerwerk bis Oktober vollständig gesichtet und mit Hilfe von Erkundungsbohrungen untersucht werden. Außer vertiefenden Erkenntnissen über den Zustand der Mauer als Grundlage für das Sanierungskonzept hoffen Experten auch auf historische Aufschlüsse, zum Beispiel über wiederverwendetes Baumaterial aus früheren Epochen, sogenannte Spolien.

Die eigentliche Sanierung und statische Sicherung soll von Juli bis Oktober 2018 folgen. Zwar muss bei diesem Projekt keine Rücksicht auf die Touristensaison genommen werden, wohl aber auf den Natur- und Artenschutz: Sämtliche Arbeitsphasen werden auf das Brutverhalten eines Uhu-Pärchens abgestimmt, das jedes Jahr in wechselnden Höhlungen des Westhanges seinen Nachwuchs aufzieht. Balz, Brutzeit und Aufzucht umfassen bei dieser geschützten Art (Rote Liste) mehrere Monate.

© Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB), Rheinstraße 4E, 55116 Mainz

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