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Kunst gegen das Vergessen

Stolpersteine vor dem Gefängnis Wittlich
Vor der neuen Pforte der Justizvollzugsanstalt Wittlich erinnern seit dem 22. Februar 2014 messingbeschlagene, ins Pflaster eingelassene Steine an das Schicksal zweier Menschen, die hier inhaftiert waren und dem NS-Regime zum Opfer fielen: Der Koblenzer Karl-Heinz Scheurer mit 25 Jahren und der französische Priester und Künstler Jean Daligaut in seinem 45 Lebensjahr. Die Inschrift "HIER INHAFTIERT" mit dem Namen, darunter der Name, die Lebens- und Leidensstationen sowie das Todesdatum soll ein Gegensatz aufrichten zu dem entpersonifizierten NS-Unrechtssystem, wo Menschen nur als Nummern oder Zahlenkolonnen vorkamen. Auch wird die Verbindung zur Geschichte des Ortes hergestellt. Darauf ist man vor einem modernen Neubau wie der JVA Wittlich nicht gefasst.

"Wer sich bückt, um die Inschrift der Stolpersteine zu lesen, verbeugt sich vor den Opfern" – so sieht es der Künstler Gunter Demnig aus Köln, der es selbst nie für möglich gehalten hätte, dass sich das Stolpersteinprojekt zu seinem Lebenswerk entwickelt. Seit 20 Jahren verlegt er "Stolpersteine" – europaweit sind es inzwischen an die 45.000, die meisten davon in Deutschland. Circa 85 Prozent der Steine hat Demnig selbst verlegt, mehr als 200 Tage im Jahr ist er dafür unterwegs. Inzwischen wurde das Langzeitprojekt mit vielen Preisen und Ehrungen ausgezeichnet. Vorort-Initiativen, Kulturvereine, Privatpersonen bereiten die Stolpersteinverlegungen vor, recherchieren, kümmern sich um behördliche Genehmigungen und Eigentümereinverständnisse – nicht immer mit Erfolg.

Initiative der Georg-Meistermann-Gesellschaft
Auch in Wittlich wurde eine erste Initiative 2008 von der Stadtverwaltung abgelehnt. Erst als sich die Georg-Meistermann-Gesellschaft einschaltete und einen Genehmigungsantrag direkt an das Ministerium der Justiz richtete, gewann das Projekt an Fahrt.
Dieter Burgard, Bürgerbeauftragter des Landes Rheinland-Pfalz und Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen zur NS-Zeit sowie Vorsitzender des Fördervereins Gedenkstätte KZ Hinzert, überbrachte den positiven Bescheid.

Aufgeschlossenheit beim Justizministerium, der JVA und dem Landesbetrieb LBB
Justizminister Jochen Hartloff, der bei der samstagnachmittäglichen Verlegung eine kurze Ansprache hielt, sagte: "Als der Antrag kam, musste ich nicht lange überlegen – ich fand das gut. Natürlich mussten wir die Anstaltsleitung und andere einbinden." Den Künstler Demnig bezeichnete er nach einem Artikel in der FAZ als "Spuren-Leger". Hartloff war schon als Oberbürgermeister von Kusel einer der ersten in Rheinland-Pfalz, der Stolpersteinprojekte befürwortete und förderte und will sich auch weiter für die Erinnerungsarbeit an öffentlichen Orten in Zusammenhang mit der NS-Justiz einsetzen. Auch der JVA-Leiter Robert Haase unterstützt das Projekt vorbehaltlos. Er plant, wenn entsprechende historische Recherchen abgeschlossen sind, eine Informations- und Gedenktafel über die Rolle der JVA in der NS-Zeit. Der Landesbetrieb LBB wird ihn dabei unterstützen.

Meistermann – kritischer Intellektueller der NS-Zeit
Der Kölner Künstler Georg Meistermann (1911 - 1990) war Wittlich durch seine Arbeit sehr verbunden, es befinden sich zahlreiche seiner Glaskunstwerke in Wittlich. Seine Arbeit weist Parallelen zu der Aktionskunst Demnigs auf. Meistermann selbst war im Dritten Reich verfemt, da er diesem entschieden und kritisch gegenüber stand.

Opferschicksale – fatal und bewegend
Dem ersten Vorsitzenden der GMG, Dr. Thomas Schnitzler, Historiker aus Trier, sind die gründlichen justizhistorischen Nachforschungen und Recherchen zu den Opferbiographien zu verdanken.
Die Finanzierung des Steines für Jean Daligaut hat Dieter Burgard übernommen, er trug auch dessen Biografie vor. Daligaut, Jahrgang 1899, war studierter Theologe und Künstler. Er war im französischen Militärdienst und erhielt 1924 die Priesterweihe. Später gehörte er der Résistance an und bewegte sich im Umfeld des englischen Geheimdienstes. Am 31.08.1941 wurde er gefangen genommen. Die Zeit bis zu seinem Tod am 05.04.1944 verbrachte er in verschiedenen französischen und deutschen Gefängnissen, u. a. fünf Monate unter den menschenunwürdigsten Haftbedingungen im SS-Sonderlager Hinzert und in den Justizvollzugsanstalten Wittlich und Trier. Ermordet wurde er am 05.04.1944 im KZ Dachau. Auch in seiner Gefangenschaft fertigte er Zeichnungen und kleinformatige Skulpturen an, z. T. aus Brotresten. Mit seinem künstlerischen Werk wurde er in Deutschland erst mit einer Ausstellung 1992 bekannt, einige seiner Werke sind in der Gedenkstätte Hinzert zu besichtigen.

Die Biografie des 1916 geborenen Koblenzers Karl-Heinz Scheurer trug der Historiker Dr. Schnitzler vor. Die Patenschaft für diesen Stein übernahm die GMG. In Koblenzer und Düsseldorfer Archiven verwahrte Patienten- bzw. Gefangenenakten, u. a. eine handschriftliche Autobiografie, geben Einblick in das Schicksal Scheurers, der aus einer nicht ganz intakten Familie stammte, eine typische Heimkarriere durchlaufen hatte, mit 14 Jahren erstmals auffällig wurde und 1937 verhaftet wurde. Der NS-Strafvollzug bezweckte nicht die Rückführung ins zivile bürgerliche Leben, sondern die Verwahrung, und es wurde nicht nach dem tatsächlich vorgefallenen, sondern aufgrund von Typisierungsmerkmalen wie „asozial“ oder „angeboren schwachsinnig“ geurteilt, so Dr. Schnitzler. Am 28.08.1938 wurde Scheurer in die Haftanstalt Wittlich eingeliefert. Dort gab es seit 1930 eine sog. kriminalbiologische Untersuchungsstelle, die maßgeblich daran mitwirkte, dass Scheurer in den verhängnisvollen Aburteilungskreislauf geriet. Dieser führte ihn der Zwangssterilisation zu und in verschiedene Heilanstalten, u. a. Düren und Waldheim, wo er am 16.04.1941 der Euthanasie zum Opfer fiel.

Präventive Erinnerungsarbeit
"Kunst ist das Gedächtnis des Menschen und erinnert daran, dass die Toten lebendig sind. … Kunst ist als anschaubares Gewissen aller menschlichen Vergangenheit moralische Instanz der jeweiligen Gegenwart." Mit diesem Zitat von Georg Meistermann stellte der Kunsthistoriker und Meistermann-Spezialist Dr. Justinus Maria Calleen, Enkel Meistermanns,  die Veranstaltung in einen kunsthistorischen Rahmen.  Die "politisch hoch wirkungsgradreiche Kunst" von Deming sieht er in der Tradition der internationalen Reformkunst u. a. der englischen arts-and-crafts-Bewegung, der russischen Avantgarde, von Duchamps, des Bauhauses oder von Joseph Beuys. Die allgegenwärtigen Stolpersteine mahnen inmitten von Alltag und Geschäftigkeit zu kritischer Nachfrage. "Sie halten sich nicht an das Schema der zwei offiziellen Gedenktage. Ebenfalls kennen sie nicht die Schemata der umzäunten, gesicherten und belehrend hochgerüsteten Gedenkorte …. Sie fordern zur aktiven partizipativen Teilhabe und zur ehrenamtlichen, zivilbürgerlichen Mitwirkung heraus", so Dr. Calleen. "Es ist geschehen, folglich kann es wieder geschehen. Es kann überall geschehen", zitierte er auch den Auschwitzüberlebenden Primo Levi. Daher will sich die Georg-Meistermann-Gesellschaft in Wittlich weiter für die Verlegung von Stolpersteinen einsetzen.      

 

94f70809-5373-7441-448e-95c107b988f2 Der eingravierte Name soll das persönliche Schicksal jedes Ermordeten in Erinnerung rufen und ihm die Würde des Individuums zurückgeben

 

c1f70809-5373-7441-448e-95c107b988f2   Das bekannte Bild des Kölner Künstlers Gunter Demnig beim Verlegen der Pflastersteine, hier vor der Justizvollzugsanstalt Wittlich

cfe70809-5373-7441-448e-95c107b988f2  Die Stolpersteinverlegung verfolgten u. a. der Bürgerbeauftragte und Gedenkstättenvorsitzende Dieter Burgard (in der Mitte, mit Mappe unterm Arm),  JVA-Leiter Robert Haase (rechts neben Burgard) und Justizminister Jochen Hartloff (rechts neben Haase)

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 Einführende und richtungsweisende Worte sprach der Kunsthistoriker Dr. Justinus Maria Calleen von der Georg-Meistermann-Gesellschaft

Fotos: Sibylla Hege-Bettac

 

Staatssekretär Weinberg besucht Baustelle der US-Klinik in Weilerbach

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Beim Neubau des US-Militärkrankenhauses im westpfälzischen Weilerbach ist die Vergabe des Bauauftrags an einen Generalunternehmer für das zweite Quartal 2018 geplant. Der rheinland-pfälzische Finanzstaatssekretär Dr. Stephan Weinberg hat sich auf seiner Sommertour zu bedeutenden staatlichen Bauprojekten am 10. August direkt auf dem Baugelände über die Arbeit des Landesbetriebs Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB) informiert.

Weilerbach – Das künftig größte US-Militärhospital außerhalb der Vereinigten Staaten soll die Militärkrankenhäuser in Landstuhl und auf der Airbase Ramstein ersetzen. Es dient der medizinischen Versorgung der US-Militärangehörigen und ihrer Familien in der Military Community Kaiserslautern, das sind rund 60.000 Personen, der Versorgung von rund 200.000 Soldatinnen und Soldaten im aktiven Dienst sowie der aus Einsätzen zurückkehrenden Soldatinnen und Soldaten. Der US-Kongress stellt für den Neubau 990 Mio. Dollar zur Verfügung.

Der Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (Landesbetrieb LBB) ist dabei für den Bund tätig, über den die US-Streitkräfte das Bauprojekt realisieren lassen. Für die Durchführung dieser Großbaumaßnahme wurde vom Landesbetrieb LBB eigens eine Niederlassung Weilerbach – bisher mit Sitz in Landstuhl – gegründet. Diese ist für die Koordination und Steuerung der Projektbeteiligten zuständig. Hierzu zählen unter anderem  der Generalplaner sowie der Generalunternehmer, der voraussichtlich im zweiten Quartal 2018 beauftragt wird. Die Fachaufsicht liegt beim Amt für Bundesbau des Landes Rheinland-Pfalz (ABB).

Auf dem großen Baugelände sind die Altlastensanierung und die Nivellierung des Baugrundes für die Gebäude inzwischen abgeschlossen. Insgesamt wurden dabei circa 150.000 Kubikmeter Oberboden abgetragen und rund 450.000 Kubikmeter Erde bewegt. Eine Betonfläche wurde errichtet, auf der Baustellenfahrzeuge betankt werden. An der L369 hat der Landesbetrieb Mobilität (LBM) im vergangenen Jahr mit dem Bau eines Verkehrskreisels an der Hauptzufahrt im Westen des Klinikums begonnen. Ende Juli 2017 startete der Bau des  Zugangskontrollpunkts zum Klinikum. Der Baubeginn für den eigentlichen Krankenhauskomplex mit Gesamtabmessungen von rund 600 auf 300 Meter ist für Herbst 2019 geplant.

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Bildunterschrift: Weilerbach Visualisierung Luftaufnahme US-Klinik, Urheber: HOK-HWP-Architekten

Zum Klinikum gehören das medizinische Zentrum zur ambulanten klinischen Versorgung mit Untersuchungs- und Behandlungsräumen, ein medizinisches Zentrum für Diagnose und Behandlung, ein Zentrum Bettenstation mit Normal- und Intensivstation, die Klinikverwaltung, Klinikkapelle, zwei Parkhäuser und ein Hubschraubernotlandeplatz.

Bei der Besichtigung vor Ort zeigte sich Staatssekretär Dr. Weinberg beeindruckt von den Dimensionen. „Der Neubau der US-Klinik in Weilerbach ist mit weitem Abstand das größte Projekt der rheinland-pfälzischen Bauverwaltung im Bereich des Bundesbaus. Es ist ein in seiner Dimension herausragendes Bauprojekt und stellt für den Landesbetrieb LBB eine besondere Herausforderung dar. Auch dank des seit Jahrzehnten ausgezeichneten Verhältnisses zwischen Rheinland-Pfalz und den amerikanischen Streitkräften kann dieses Projekt erfolgreich gemeistert werden“, so Dr. Weinberg.

Die LBB-Niederlassung Weilerbach, bisher in Landstuhl in zwei Gebäuden eingemietet, wird  schon kurzfristig ihre Arbeitsbedingungen verbessern, kündigten LBB-Geschäftsführer Holger Basten und Niederlassungsleiter Winfried Schuch an: „Für die Übergangszeit haben wir im Gebäude der ehemaligen Volks- und Raiffeisenbank in der Kaiserstraße die drei oberen Etagen angemietet.“ Dort gibt es genügend Büroflächen für den weiteren Personalaufbau der Niederlassung, entsprechend den wachsenden Aufgaben beim weiteren Fortschreiten des Projekts. Zudem bietet das VR-Gebäude  ausreichend große Konferenzräume, um größere Baubesprechungen im eigenen Haus abhalten zu können.

„Im Herbst ziehen wir mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dort ein“, so Niederlassungsleiter Schuch. „Damit schaffen wir kürzere Wege und Synergien für die nächsten entscheidenden Schritte.“ Schuch bedankte sich bei der Stadt Landstuhl, die die LBB-Niederlassung von Anfang an unterstützt und ihr unter anderem Räumlichkeiten in der Stadthalle für größere Konferenzen zur Verfügung gestellt hat.

Gary Lopez, Programm-Manager für den Neubau der US-Klinik Weilerbach beim U.S. Corps of Engineers, betonte: „Unsere starke Partnerschaft zur deutschen Regierung schätzen wir in hohem Maße. Unsere enge Zusammenarbeit dient der Realisierung von Planung und Bau der US-Klinik sowie der Sicherstellung einer hervorragenden und zukünftige Jahrzehnte überdauernden medizinischen Versorgung für verwundete Soldaten, US-Militärangehörige und deren Familien."

 

 

Landesbetrieb LBB

Der Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (Landesbetrieb LBB) ist der Immobilien- und Baudienstleister für das Land Rheinland-Pfalz. Rund 1300 Mitarbeiter in landesweit acht regionalen Niederlassungen sowie der Zentrale in Mainz kümmern sich um die Bewirtschaftung und Optimierung des landeseigenen Immobilienbestands nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten. Der LBB setzt Bauvorhaben des Bundes inklusive der NATO und der Gaststreitkräfte, des Landes und Dritter um. Im wirtschaftlichen Eigentum des LBB befinden sich rund 1.750 Immobilien mit einer Mietfläche von 2,8 Mio. m². Dies sind Bürogebäude wie z.B. Ministerien, Finanzämter und Katasterämter sowie Spezialimmobilien wie z.B. Hochschulen, Justiz-, Polizei-, Forstgebäude, Museen und Schulen. Weiterhin erfolgen Baumaßnahmen für das Land an Burgen und Schlössern sowie für den Bund an Kasernen, Flughäfen und Pipelines.

 

 

 

Kontakt
Claudia Renner

Leiterin Unternehmenskommunikation

Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung Rheinland-Pfalz (LBB)

Zentrale

Rheinstraße 4E

55116 Mainz

 

Telefon: 06131 204 96-146

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Internet: www.lbbnet.de

 

 

Ministerin Ahnen und Landesbetrieb LBB nehmen Elektro-Autos in Betrieb

Bildunterschrift: Finanzministerin Doris Ahnen nahm für den Landesbetrieb LBB symbolisch fünf zusätzliche E-Dienstwagen in Betrieb. LBB-Geschäftsführer Holger Basten (links) freut sich, dass künftig jede LBB-Niederlassung ein E-Mobil im Dienstwagenpool hat. Foto: LBB / Kristina Schäfer.
Nach einer erfolgreichen Testphase mit zwei Elektro-Fahrzeugen baut der Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (Landesbetrieb LBB) den Einsatz von Dienstwagen mit Elektroantrieb in seinen Dienststellen aus. Finanz- und Bauministerin Doris Ahnen nahm fünf weitere E-Fahrzeuge für den LBB symbolisch in Betrieb. In den kommenden beiden Jahren will der LBB seine Erfahrungen mit den Kosten sowie der baulichen und technischen Infrastruktur der Landesliegenschaften für Elektromobilität vertiefen.

Mainz – Mit der Bereitstellung von je einem Elektro-Auto für sieben Niederlassungen des Lan-desbetriebs LBB können künftig fast 1.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch auf ein klimaneutrales  Fahrzeug im Dienstwagenpool zugreifen. Finanz- und Bauministerin Doris Ahnen sagte bei der symbolischen Inbetriebnahme von fünf Fahrzeugen des Typs BMW i3 auf dem Hof der Mainzer LBB-Niederlassung:  „Der LBB ist die erste Dienststelle der Landesverwaltung, deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter flächendeckend Zugriff auf ein E-Dienstfahrzeug haben.  Wir begrüßen und unterstützen die Initiative des LBB zur E-Mobilität auch vor dem Hintergrund der Regelungen im Landesklimaschutzgesetz und dem Ziel, den durchschnittlichen CO2-Ausstoß der Fahrzeugflotten in der Landesverwaltung zu senken. Mit der Errichtung von Ladestationen und den Einsatz von E-Fahrzeugen im Alltagsbetrieb sammelt der LBB wichtige Erfahrungen, von denen künftig auch andere Landesdienststellen profitieren können.“

Zum Start des Pilotprojekts wurde im Herbst 2015 in den LBB-Niederlassungen Mainz und Landau jeweils ein Dieselfahrzeug durch ein Elektromobil vom Typ Nissan Leaf ersetzt. Die Ladestationen wurden jeweils am Stellplatz installiert. Wie erwartet, erwies sich die Reichweite einer vollen Akku-Ladung als bequem ausreichend für das Gros der Dienstfahrten, die sich in der Nah- bis Mitteldistanz bewegen.    

LBB-Geschäftsführer Holger Basten sagte: „Mit der Ausdehnung auch auf die übrigen Niederlassungen in Diez, Idar-Oberstein, Kaiserslautern, Koblenz und Trier wollen wir in den kommenden beiden Jahren unsere Kompetenz in Sachen E-Mobilität vertiefen. Da gehören bauliche und technische Aspekte genauso dazu wie Fragen des Vertragsmanagements und der Wirtschaftlichkeit.  Am Projektende soll ein Abschlussbericht die baufachlichen Grundlagen für einen möglichen weiteren Ausbau der Elektromobilität bündeln.“

Die Akzeptanz bei der LBB-Belegschaft ist gut. Eine sechsmonatige systematische Erhebung unter Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ergab positive Wertungen insbesondere für das typische zügige Anfahrverhalten des Elektromotors, für Fahrkomfort, Geräuscharmut und den geräumigeren Innenraum im Vergleich zu Kfz mit Verbrennungsmotor. Da der Abstellplatz gleichzeitig der Ladestandort ist, entfallen die Fahrten zur Tankstelle. Nach bisherigen Erfahrungen fallen pro Ladeplatz Investitionskosten von circa 5000 Euro an.  

In Landau wurden zudem Synergien mit selbst erzeugtem Solarstrom untersucht: Der Strom für die Ladestation kommt von einer Photovoltaikanlage auf dem Dach des Carports. Eine projektbezogene Studie des Umweltcampus Birkenfeld der Hochschule Trier ergab, dass durch das Elektrofahrzeug der Eigenverbrauch von Solarstrom gesteigert werden konnte. Der Eigenverbrauch ist heute ein zentrales Kriterium für die Wirtschaftlichkeit von Solaranlagen und wird vom Landesbetrieb LBB bei der Planung von Neubauten und Generalsanierungen regelmäßig geprüft.     

Darüber hinaus ergaben Berechnungen am Beispiel des LBB-Standorts Landau, dass beim Ersatz von einem der elf Dieselfahrzeuge durch ein Elektrofahrzeug der durchschnittliche CO2-Ausstoß des Fahrzeugpools von 104,8 Gramm je Kilometer (g/km) auf 95,7 g/km sinkt. Bei zwei elektrischen Ersatzfahrzeugen werden 86,6 g/km erreicht.    

 

Landesbetrieb LBB

Der Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (Landesbetrieb LBB) ist der Immobilien- und Baudienstleister für das Land Rheinland-Pfalz. Rund 1300 Mitarbeiter in landesweit acht regionalen Niederlassungen sowie der Zentrale in Mainz kümmern sich um die Bewirtschaftung und Optimierung des landeseigenen Immobilienbestands nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten. Der LBB setzt Bauvorhaben des Bundes inklusive der NATO und der Gaststreitkräfte, des Landes und Dritter um. Im wirtschaftlichen Eigentum des LBB befinden sich rund 1.750 Immobilien mit einer Mietfläche von 2,8 Mio. m². Dies sind Bürogebäude wie z.B. Ministerien, Finanzämter und Katasterämter sowie Spezialimmobilien wie z.B. Hochschulen, Justiz-, Polizei-, Forstgebäude, Museen und Schulen. Weiterhin erfolgen Baumaßnahmen für das Land an Burgen und Schlössern sowie für den Bund an Kasernen, Flughäfen und Pipelines.

 

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Publikationsdatum: 18.11.2017
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