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Grauwacke, Sandstein und Alternativen

Fensterspiegelung
Nicht immer geht Naturstein
Im Baumanagement des Landesbetriebs LBB spielt das Thema Naturstein eine große Rolle. Im Zuständigkeitsberiech der LBB-Niederlassung Trier z. B. trifft man auf römisches und mittelalterliches Mauerwerk, auf das barocke bzw. Rokoko-Erbe der Kurfürsten und Erzbischöfe und überall auf eine große Anzahl Bauten aus weiteren Geschichtsepochen. Entsprechend seiner speziellen Nutzung verlangt jedes Projekt eine individuelle Lösung, welche meist in enger Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz gesucht werden muss. Im Falle des mit Gabionen aus regionaltypischer Grauwacke verkleideten Kellerei-Neubaus bei der Staatlichen Weinbaudomäne Trier-Avelsbach war die LBB-Niederlassung Trier 2013 so erfolgreich, dass dafür sogar eine Auszeichnung der Architektenkammer Rheinland-Pfalz verliehen wurde. Ob ein weiteres Trierer Bauprojekt, der Ersatz einer alten Weinbergsmauer an der viel befahrenen Olewiger Straße, ebenfalls entsprechend gewürdigt werden wird, bleibt abzuwarten. Einen interessanten Diskussionsbeitrag zum Thema Natursteinverwendung, die hier eine natursteinähnliche Verblendung aus Spritzbeton darstellt, liefert es auf jeden Fall.

Zukunftskonzept für die Domäne: Neues Kellereigebäude, stadtnah und weintouristisch ausgerichtet
Nachdem das Land Rheinland-Pfalz sich in den letzten Jahren von einigen seiner Weingüter trennen musste, verblieb die in unmittelbarer Stadtnähe liegende Domäne Avelsbach im Portfolio des Landesbetriebs LBB. Im Wesentlichen sind dies die 1901 – im gefälligen Regionalstil, in Backstein und Fachwerkoptik – erbauten Wirtschafts- und Verwaltungsgebäude, die Ende der neunziger Jahre umfassend und erfolgreich saniert wurden und unter Denkmalschutz stehen. Im Zusammenhang mit der Aufgabe anderer Produktions- und Weinverkaufsstandorte sowie dem Kultur- und Tourismuskonzept der Stadt Trier ergab sich eine neue wirtschaftliche Perspektive für das Unternehmen, das jetzt als Wirtschaftsbetrieb des Landes mit ökologischer Ausrichtung geführt wird. Es werden u. a. alte Riesling-Sorten kultiviert und der moseltypische Steillagenbau landschaftserhaltend fortgeführt, Weinverkostung und Verkaufsbistro ziehen Besucher an, Seminare finden in der  umgestalteten ehemaligen Fasshalle statt. Zukunftsfähig war der Betrieb jedoch nur mit dem 2010/11 erstellten Betriebsgebäude, das die Umstellung auf modernste Arbeits- und Kellereitechnik erlaubte. Hohe denkmal- und landschaftspflegerische Anforderungen verstanden sich von selbst. Das Projekt wurde ein Erfolg.

Neueste Industrietechnik in „Steinzeit-“Architektur
Die Planer entschieden sich für einen dreifach gegliederten, flachen und langgestreckten Betonbau, dessen Volumen weitgehend im Hang verschwindet und von dem wenig mehr als die gabionenverkleidete 45 Meter lange Südfront erkennbar ist. Erfreulich ist, dass das Gebäude, trotz seiner zu hundert Prozent funktionalen Ausrichtung, noch gute Architektur darstellt. Es nimmt beispielsweise das Lesegut mittig – im Gebäude markiert durch das Pultdach – direkt aus dem oberhalb liegenden Weinberg auf und führt es der Handsortierung, danach automatisch den Keltern und dem Tanklager zu.

Ein gewichtiges Argument für die 60 Zentimeter dicke Natursteinverkleidung der Außenwand (mit Kerndämmung) war die Innentemperatur. „Die große Masse soll gewährleisten, dass sich die optimale Kellertemperatur ohne allzu viel Technik möglichst alleine einstellt“, so die Entwurfsverfasser in ihrer Bewerbung zum Architekturpreis Wein 2013 der Architektenkammer Rheinland-Pfalz.

Wären da nicht die schicken, gestaffelten Betonportale und die grauen Stahlzargen der Fenster, das sich leicht erhebende Pultdach, man könnte das Gebäude als eine moderne Version einer Weinbergs-Trockenmauer interpretieren, die sich beiläufig ins Gelände integriert und vorbehaltlos von Sperlingen und Eidechsen angenommen wird. Auf jeden Fall steht der Bau formenverträglich und landschaftsangepasst da – und es ist ein Markenzeichen für die Domäne geworden. Dies waren wohl auch Argumente, welche die Denkmalpflege überzeugten. Sie nahm lediglich Einfluss auf Details, wie Farbzusammensetzung (rotbunt) und Schichtung des Gesteins.

Rahmenplan sichert schrittweise Rundum-Erneuerung
Für die Zukunft der Domäne, die vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum/ADD Trier, betrieben wird, sind nun bestens die Weichen gestellt. Ein jetzt vom Landesbetrieb LBB ausgearbeiteter Rahmenplan sieht neben Instandsetzungen und Rückbauten, neue  Ergänzungsbauten, Treppen- und Mauersanierungen sowie u. a. eine Änderung der Zuwegung vor. Man kann davon ausgehen, dass diese Maßnahmen, dort wo sich die Handschrift der LBB-Niederlassung Trier durchsetzen kann, in ähnlich bedachtsamer Weise erfolgen, so dass das Ensemble aus preußischen Anfängen und Industriearchitektur des 21. Jahrhunderts, zusammen mit denkmalpflegerischen Restaurierungen und Aufarbeitungen seine Rolle im großen Kulturkonzept der Stadt behaupten kann.

Die neue Stützmauer an der Olewiger Straße
Weit weniger im öffentlichen Bewusstsein als das Domänenensemble, das regionale Landschaftsbild aber nachhaltig bestimmend, stehen die alten Weinbergsmauern aus Naturstein. Wie viele andere, musste auch diejenige an der Olewiger Straße jetzt mangels Standfestigkeit entfernt werden. Nach den heutigen Regelwerken sind die statischen Anforderungen an eine Hang- und Absturzsicherung, wie sie dort erforderlich sind, enorm. Selbst die Möglichkeit des Herabfallens eines Weinbergschleppers auf die Straße wurde in Betracht gezogen. Ein regelrechtes Ingenieurbauwerk ersetzt nun die alte Mauer. Diese kann nur schichtweise von oben abgetragen und muss im gleichen Zug fortschreitend nach unten nachersetzt werden. Metertief reichen horizontale Erdanker in den Hang hinein, die Betonstützmauer verläuft in einem Winkel von circa 20 Grad schräg zur Vertikalen, was neben Material und Größe das gewohnte Erscheinungsbild zusätzlich beeinträchtigt. So stellte sich die Frage der Verwendung von Naturstein als Verblendungsmaterial umso dringender.

Spritzbeton mit Fugenschablone
Im Sommer 2013 wurde mit Vorbereitungen zur Oberflächengestaltung der Stützmauer an der Olewiger Straße begonnen. Mit einer speziellen Spritzbetontechnik wird ein Fugenbild mit der Illusion eines Natursteinmauerwerks erzeugt. Das ausführende Unternehmen hat sich seit ein paar Jahren intensiv mit einer solchen Oberflächengestaltung auseinandergesetzt und kann heute eine Vielfalt von Gestaltungsvarianten realisieren. Eine davon ist die Nachahmung von Natursteinmauern. Während Natursteinmauern und Verblendungen in großflächiger Herstellung sehr teuer sind, ist dieses Relief eine preiswerte Alternative. Der Quadratmeterpreis  liegt bei ca. 170 Euro. Für eine Natursteinverblendung müsste man 280 bis 350 Euro je Quadratmeter rechnen.  Wesentlicher Vorteil des Verfahrens ist auch die kurze Bauzeit, welche in Falle der Olewiger Straße hohe Priorität hatte, um die täglich dort verkehrenden 25.000 Autos zeitlich so kurz wie möglich durch halbseitige Straßensperrung mit Ampelbetrieb zu behindern.

 

Daten und Fakten Kellerei-Neubau Domäne Trier-Avelsbach

Bauherr: Landesbetrieb LBB, Mainz

Planung: Landesbetrieb LBB, Niederlassung Trier

Entwurf: Architektin Dipl.-Ing. Brigitte Coen, Architekt Dipl.-Ing. (FH) Rolf Kuhn

Ausführungsplanung: Frieß + Moster, Freie Architekten Neustadt

Objektüberwachung: Architekten Stein, Hemmes, Wirtz/Kasel

Statik: Dipl.-Ing. (FH) Dieter Lohner, Trier

Prüfstatik: Dipl.-Ing. Horst Barthel, Merzig

Klimasimulation: Dipl.-Ing. (FH) Josef Rittgen, Trier

Ingenieurbauwerke und Vermessung: Dipl.-Ing. Herbert Schmitz, Trier

Baugrunduntersuchung: Grundbaulabor Trier Dipl.-Ing. E. Lehmann Ingenieurgesellschaft mbH, Trier

 

Daten und Fakten Stützmauer an der Olewiger Straße

Bauherr: Landesbetrieb LBB, Mainz

Entwurf, Ausführungsplanung, Objektüberwachung, Baugrunduntersuchung, Statik: Dr. Jung und Lang Ingenieure GmbH, Geotechnik und Umwelt, Saarbrücken

Vermessung: Ing. Büro Scherf, Trierweiler

Bauzeit: 8 Monate

Baukosten: 1,020 Mio. Euro

Video-Link zu Youtube (Spritzbeton-Schablonen-Verfahren)

 

Nachfolgend Fotos der beiden Maßnahmen (alle Fotos Sibylla Hege-Bettac, Landesbetrieb LBB)

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Die Staatsweindomäne Trier Avelsbach mit den denkmalgeschützten Gebäuden aus der Zeit der Jahrhundertwende. Die Domäne ist eine preußische Gründung. Im Hintergrund das ausgezeichnete Kellereigebäude in Natursteinverkleidung

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Eine Rahmenplanung des Landesbetriebs LBB soll die Domäne in den nächsten Jahren baulich weiter aufwerten und ihre Instandhaltung sicherstellen

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Das neue Kellereigebäude mit der Gabionenverkleidung aus rotbunter Grauwacke, den charakteristischen Portalen und mit dem umstrittenen platzierten Kunstobjekt „Kleines Rasenstück“

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Sorgfältig geschichtete Grauwacke im verzinkten Stahldrahtkorb als Fassadenmaterial

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Das Thema Gabionenwände setzt sich in den Weinbergsmauern fort, hier ist das Material etwas grober geschichtet als für die Gebäudewand

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Eidechsen (auch Vögel) haben das neue Habitat schnell angenommen

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Im Alten spiegelt sich das Neue …

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Der Blick in eines der Gästebücher geht 100 Jahre und mehr zurück

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Die Weinkarte des Verkaufsbistros führt ausgezeichnete feine Rieslingweine u. a. aus der Lage  Avelsbacher Hammerstein sowie auch Sekt

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Die Olewiger Straße

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Alt und Neu. Ein Teil Stützmauer an der viel befahrenen Olewiger Straße in Trier wurde bereits saniert. Die Baumaßnahme des Landesbetrieb LBB muss unter voller Verkehrslast abgewickelt werden

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Die Oberfläche der neuen Ingenieurskonstruktion wurde mit einem besonderen Spritzbetonverfahren mithilfe einer Fugen-Schablone und handwerklicher Nachbearbeitung gestaltet. Zumindest für vorbeifahrende Autofahrer könnte das als Natursteinwand durchgehen

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Die alte Mauer, malerisch, aber leider kaputt

 

 

 

 

© Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB), Rheinstraße 4E, 55116 Mainz

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