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Ehemalige kurfürstliche Residenz in Koblenz topsaniert

Dikasterialgebäude Koblenz
Dienstsitz der LBB-Niederlassung ins öffentliche Bewusstsein gerückt

Staatssekretär Prof. Dr. Salvatore Barbaro bei seiner Ansprache am Tag der offenen Tür.   Geschäftsführer Holger Basten bei seiner Begrüßung am Tag der offenen Tür

Tag der offenen Tür im Dikasterialgebäude in Koblenz-Ehrenbreitstein am 12.07.2014;
Links: Die Ansprache des Verwaltungsratsvorsitzenden Prof. Dr. Salvatore Barbaro
Rechts: Geschäftsführer Holger Basten bei seiner Begrüßung

 

Baukosten und Bauzeiten blieben in einem für die Sanierung eines denkmalgeschützten Gebäudes sehr vertretbaren Rahmen. Außen war das Gebäude schon rechtzeitig zur Bundesgartenschau (BUGA) 2011 instand gesetzt worden, die Innensanierung schloss sich daran an.
Wegen massiver Eingriffe in die Substanz und auch um eine zügige Bauausführung zu ermöglichen, hatte sich die LBB-Niederlassung für eine Zwischenunterbringung am Kastorhof in der Koblenzer Altstadt entschieden.

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1. Das Entree mit dem gläsernen Fahrstuhl im Zentrum des Barockgebäudes: Der Haupteingang wurde wieder auf die Hofseite verlegt.
2. Unter der Decke eingepasste Oberlichter zu den Fluren machen das Gebäude transparent, geben die Sicht frei auf die alte Gewölbe-
struktur. Sie nehmen der Raumflucht die Schwere.
3. Hinter der Wand von Bild 2 liegender freundlicher, heller Büroraum (Registratur) mit Blick zur Rheinseite.

Schicke Komposition aus Alt und Neu
Dach und Fassade wurden von 2008 bis 2010 in der ursprünglichen Farbfassung des Gebäudes rechtzeitig zur Bundesgartenschau 2011 für 6,1 Millionen Euro saniert. Im II. Bauabschnitt wurde der zentrale Raum (Mittelrisalit) wiederhergestellt und das gesamte Gebäude innen saniert – Gesamtkosten hier: 4,4 Millionen Euro. Im Mai 2014 konnten die rund 150 Mitarbeiter in das Dikasterialgebäude zurückkehren.
Sie sind in ein repräsentatives, klar strukturiertes, transparentes Gebäude, mit – vom Grundriss vorgegeben – teils großzügiger Raumaufteilung, hohen Decken, Glasoberlichtern und neuen Sanitäranlagen zurückgekommen. In weißem Putz erstrahlen die Wände wie auch die Deckengewölbe. Diese sind jetzt weitgehend sichtbar und nicht mehr durch die kleinteilige Raumaufteilung verstellt. Die mächtigen Sandsteinpfeiler und Gurtbögen sind befundentsprechend sandsteinfarbig gestrichen, so dass man sehr schön die alte statische Konstruktion ablesen kann. Sandsteinbeläge in den Treppenaufgängen wurden wieder freigelegt, in manchen Bereichen ergänzt. So viel Glas wie möglich wurde eingebaut – in die Gewölbesegmente über den Wänden und in alle Türen auf der Rheinseite. Dies bringt Helle und Leichtigkeit in das schwere Gemäuer. Bodentiefe Fenstertüren auf der Hofseite geben den Besprechungsräumen (Hochparterre) ein schickes Flair und machen die alten Kutsch-Durchfahrten aus der kurfürstlichen Zeit wieder erkennbar.

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4 und 5: Der Empfang (Ebene 0, Hochparterre) - Bild links - mit Kunst aus der Sammlung des Landes Rheinland-Pfalz. Das Licht-
objekt stammt aus dem Atelier des Künstlers Michael Volkmer.

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6: Blick in einen Teil der Cafeteria. 7. Einer von zwei Besprechungsräumen auf der Eingangsebene

Wiederherstellung des Mittelrisalits
Die beste planerische Entscheidung war es, den über drei Geschosse reichenden, nur äußerlich erhaltenen Mittelrisalit auch im Innern zu rekonstruieren, und zwar auf moderne Weise. Bombeneinschläge im Zweiten Weltkrieg haben hier das Gebäude vom Dach bis herunter in das zweite Geschoss zerstört. Für den Wiederaufbau war dieser Umstand günstig. Im Mittelbereich konnte so die zweite Geschossebene galerieartig hinter der Prachtfassade (diejenige mit den hohen Fenstern unter dem kurfürstlichen Wappen) zurückgesetzt werden. Im Gebäudeinnern schweift nun der Blick von Ebene 1 über die Galerieebene 2 bis unter den Fußboden von Ebene 3 (Speicherebene). Die Galerie war beim Tag der offenen Tür Besuchermagnet und hat viel Anerkennung erfahren.
Die hohen Wände besonders in diesem Gebäudemittelstück sind jetzt mit großfor¬ma¬tiger moderner Kunst aus dem Archiv des Kulturministeriums bestückt. Auch damit zog ein neuer Geist in das Gebäude ein: Offenheit und Größe, kulturelle Aufgeschlossenheit, Respekt für das Alte, Spaß am Neuen. So war das Gebäude bisher nicht wahrnehmbar. Die ehemals vielen Einbauten, mit dem Ziel, die Nutzfläche zu maximieren, machten es früher niedrig, eng, verwinkelt und dunkel.

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Auf Ebene 1:
8. Fahrstuhlaustritt und Galerieuntersicht Galerieebene.
In diesem Bereich gingen die historischen Deckengewölbe
im II. Weltkrieg durch Bombeneinschlag verloren. 
9. Die gläserne Brücke zum Nachbarhaus (historischer „Krummstall“)

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10. Freundlicher, heller Büroraum für drei Personen auf der Ge-
bäudeecke

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Die historischen Fensterformen sind ein Gedicht. Foto 11. und 12.: Blicke zum Hof-
und Foto 13. zur Rheinseite.

Barrierefrei auf allen Geschossen
Die Öffnung des Gebäudezentrums hat weitere Vorteile. Es konnte, in Absprache mit der Denkmalpflege, ein Lift hinein gebaut werden. Dieser verbindet nun alle Ebenen, auch das Hochparterre mit dem Hof (Halbgeschoss) – so dass der Gebäudeteil an der B42 komplett barrierefrei  erschlossen ist. Durch das gläserne Fahrstuhlgehäuse und den Ausblick u. a. auf den Rhein wird die Fahrt durch die Geschosse zu einem richtigen Erlebnis. Auf der untersten Ebene (Ebene 0) befindet sich die Empfangs-“Lounge“, darüber sind Kommunikations- und Verteilzonen angeordnet.
Auf Ebene 1 gelangt man auch zur verglasten Brücke, über welche man den Krummstall, das dahinterliegende, ebenfalls sanierte Gebäude erreicht. Da dieses einige Stufen tiefer liegt, ist dort eine Hebebühne zur barrierefreien Erschließung eingebaut.
Auf der Galerieebene im mittleren vorderen Gebäudeteil verbergen sich hinter den roten Leitwänden die Postfächer und Kopierer.  Dort ist vorgesehen, einen Ort der Kommunikation zu schaffen. Die darüber liegende Ebene 2 ist auch die von den Koblenzern mit einem Schmunzeln so bezeichnete „Beletage“, der Bereich der Niederlassungsleitung, wobei das Büro von Chefin Bernadette Bubach-Dörr – Demokratie ist alles – nicht größer ist als das ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, nämlich eine Fensterachse breit. Traditionell residierten die Niederlassungsleiter im repräsentativen Eckzimmer. In dem Eckzimmer sind nun drei Arbeitsplätze untergebracht.

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Foto 14-17: Den großen Reiz des Gebäudes machen die schönen Kreuzgratgewölbe und die barocken Treppenhäuser aus. Säulen, Untersichten und Gurtbögen sind sandsteinfarbig
abgesetzt. Originalfußböden aus Sandstein wurden freigelegt und teilweise ergänzt, wie auch der Basaltbelag der Treppen.

LBB-Gebäude will sich nach außen öffnen
Das schlossartige Gebäude mit bewirtschafteter Cafeteria und Innenhof bietet sich gut für kleinere Veranstaltungen an: die drei Säle im Erdgeschoss, der große nach dem bauleitenden Architekten Johannes Seitz benannte „Seitzsaal“ und die den ursprünglichen kurfürstlichen Hausherren gewidmeten Besprechungsräume „Von Schönborn“ und „Von Walderdorff“. Parkplätze sind vorhanden. Beschäftigte und Besucher des benachbarten Pädagogischen Zentrums haben bereits begonnen diese Möglichkeiten wahrzunehmen.

Zur Baugeschichte
Franz Georg von Schönborn, Kurfürst und Fürstbischof von Trier, gab den Bau des Dikasterialgebäudes und des dahinter liegenden Krummstalles in Auftrag. Der Bau wurde 1738 begonnen und 1749 übergeben. Die Arbeiten am südlich angrenzenden Marstall begannen 1762 unter der Leitung des Hofarchitekten Johannes Seitz.
In 265 Jahren erlebte das Gebäudeensemble eine wechselvolle Geschichte als Residenz, Truppenunterkunft, Lazarett, Naturalienlager, Sitz der Nassauischen Regierung und Proviantmagazin. Heutiger Hausherr ist der Landesbetrieb LBB. 

Name des Gebäudes
Das Wort „Dikasterium“ stammt aus dem Altgriechischen, es stand für das Volksgericht im antiken Athen. Im Kurstaat waren Dikasterien die Zentralbehörden und beherbergten – wie auch in Ehrenbreitstein – die Verwaltung des Kurfürstentums.

 

Fotonachweis: Bilder 1-4 und 6-17: Sibylla Hege-Bettac, Bild 5: Alexander Schmitt
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