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Finanz- und Bauministerin Doris Ahnen besucht Burg Nassau

Am 17. August besuchte die rheinland-pfälzische Finanz- und Bauministerin Doris Ahnen die Burgruine Nassau.

Nassau - Aktuell werden an der Burg Nassau die am stärksten von Schäden betroffenen Bereiche der Ringmauer saniert, darunter Abschnitte an der unteren Ringmauer zur Lahn hin sowie in der Nähe des in den 1970er-Jahren rekonstruierten Saalbaus, des Palas. Ausbrüche aus dem Mauerwerk werden restauratorisch ausgebessert, von außen unsichtbare Stahl-Anker sichern die Standfestigkeit der Mauer. Die weiteren Maßnahmen werden bis 2020 nach Handlungsprioritäten zur Ausführung kommen. Insgesamt werden 750 Meter Mauerwerk mit einer Außenfläche von knapp 3.000 Quadratmetern saniert. Die Gesamtkosten werden auf rd. 3,0 Mio. Euro geschätzt.

Finanz- und Bauministerin Doris Ahnen hob die große Bedeutung der Sanierungsmaßnahmen hervor: „Mit den Sanierungsmaßnahmen an der Burg Nassau tragen wir zum Erhalt des Kulturellen Erbes bei, welches dem Land eine große Verpflichtung ist. Wir sorgen damit auch für die Instandhaltung eines beliebten Ausflugsziels, insbesondere wird die Burg Nassau gerne von Wanderern und Spaziergängern besucht, für Feiern genutzt oder auch zum Heiraten. Somit fördern wir mit der Sanierung der Burg auch die touristische Attraktivität der Stadt Nassau und des Rhein-Lahn-Kreises.“

Grundlage der nach Dringlichkeit gestaffelten Sanierung ist eine umfassende Schadensdokumentation im Auftrag der Niederlassung Koblenz des Landesbetriebs LBB in enger Abstimmung mit der Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) und den Denkmalschutzbehörden. Daraus Seite 2 von 3 ergab sich ein dringender Handlungsbedarf für Bereiche, an denen Ausbrüche sowie eine Schiefstellung von Mauerwerk festgestellt wurden. In einer Sofortmaßnahme wurden 2015 überhängende Mauerwerkswände mit Zugpfählen in den Fels zurückgehängt und defekte Mauerbereiche ausgebessert. Zudem wurde das stark gestörte innere Gefüge des 1,40 bis 1,60 Meter starken Mauerwerks mit Injektionen von denkmalgerechtem Mörtel stabilisiert. Dieser Kalkmörtel passt sich im Unterschied zu dem bei früheren Sanierungen verwendeten Zementmörtel besser an wechselnde Wetterbedingungen und Temperaturen an.

Die sogenannten Mauerwerksschalen – die beiden äußeren Mauerschichten, deren Zwischenraum verfüllt ist – wurden mittels Vernadelung wieder miteinander verbunden. Dazu werden lange, relativ dünne Stahlanker mit Mörtel tief in das Mauerwerk eingedübelt. Sämtliche Stahlsicherungen sind von außen später unsichtbar: Die Eingriffsstellen werden mit Mauersteinen verblendet.

Der Leiter Bau und Technik der GDKE, Manfred Bullinger, sagte: „Aus Sicht der Generaldirektion Kulturelles Erbe ist es sehr erfreulich, dass die für die Sicherung der historischen Bausubstanz erforderlichen Haushaltsmittel zur Verfügung gestellt werden können. Ein Dank gilt aber auch der Stadt Nassau. Durch die sehr gute Kooperation ist der Betrieb und die Bewirtschaftung der Burg erst möglich geworden.“

Nach den vorab nötigen Rodungsarbeiten an Mauern und Hang wurden die alten „Bischofsmützen“ auf den Mauerkronen wiedergefunden. Diese historische Form der Mauerkronen wird restauratorisch saniert und teils wiederhergestellt. Dabei wird der oberste Teil der Mauer spitz zulaufend gestaltet. Regen- und Schneewasser fließen ab und können nicht in das Mauerwerk eindringen.

Im den nächsten Jahren werden Abschnitte der unteren Mauern zum Ortsteil Scheuern hin bearbeitet. Anschließend stehen Mauerabschnitte am Hauptturm (Bergfried) auf der Agenda sowie die dem Innenhof zugewandte Mauer an der Süd-Ost-Seite der Burg, wo einst der zweite Bergfried stand.

Der Leiter der Niederlassung Koblenz des Landesbetriebs LBB, die im Auftrag des Finanzministeriums die Arbeiten steuert, wies auf die besonderen Bedingungen hin: „Eine Mauersanierung kann aus restauratorischen Gründen nur in der warmen Jahreszeit stattfinden“, sagte Reinhard Simon. „Unter 5 Grad Celsius härtet der Mörtel nicht aus. Die Arbeiten sind aber so geplant und abgestimmt, dass der Tourismus auf der Burg möglichst wenig beeinträchtigt wird. Dank der hervorragenden Zusammenarbeit aller Beteiligten klappt das auch sehr gut.“

Begleitet wird das Projekt von einem Bauforscher, durch dessen Arbeit genauere Rückschlüsse auf die Entstehungszeiten der einzelnen Burgteile gezogen werden konnten. Nach dem Fund von erhalten gebliebenen Gerüsthölzern an der Ringmauer zum Palas konnte durch die wissenschaftliche Bestimmung der Jahresringe (Dendrochronologie) die Bauzeit der Mauer auf das Jahr 1228 datiert werden. In ihren Ursprüngen geht die Burg Nassau auf die Zeit um das Jahr 1100 zurück. Bis Ende des 15. Jahrhunderts war sie die Stammburg der Grafen von Nassau. Alle Bau- und Sanierungsmaßnahmen werden auch ökologisch begleitet: Die steinerne Kulturlandschaft auf dem Felskegel hoch über der Lahn ist auch Lebensraum für seltene Pflanzen und Eidechsenarten.

 

Projektdaten Ringmauersanierung:

Bauzeit: 2016 bis 2020

Auftraggeber und Bauherr: Land Rheinland-Pfalz, Ministerium der Finanzen

Vertreten durch: Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB), Niederlassung Koblenz

Projektleitung: Christoph J. Schiewek (Projektmanager), Kirsten Bungarten (Projektleiterin), LBB Koblenz

Baukosten: 3,0 Mio. Euro

Objektplaner/ Tragwerksplaner in der Denkmalpflege: MSW Ingenieurgesellschaft mbH, Koblenz

 

Kontakt

Claudia Renner
Leiterin Unternehmenskommunikation
Landesbetrieb Liegenschafts- und
Baubetreuung Rheinland-Pfalz (LBB)
Zentrale
Rheinstraße 4E
55116 Mainz

Telefon: 06131 204 96-146
E-Mail: RennerClaudia.Zentrale@LBBnet.de
Internet: www.lbbnet.de

 

Matthias Weber
Pressestelle
Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE)
Festung Ehrenbreitstein
Contregarde Links
56077 Koblenz

Telefon: 0261 6675-4149
E-Mail presse@gdke.rlp.de
Internet: www.gdke-rlp.de









 

 

 

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