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Westfassade der Porta Nigra wird saniert

Die Begutachtung der Nordwestseite des Westturms per Hubsteiger bestätigte im Herbst 2016 den Handlungsbedarf. Foto: Landesbetrieb LBB Trier
Arbeiten bis Herbst 2018 - Zugang für Besucher durchgehend gesichert

Trier – Im Vorgriff auf die geplante Gesamtsanierung des zum UNESCO-Weltkulturerbe zählenden römischen Stadttors werden die Arbeiten an der Westfassade vorgezogen, nachdem sich im Herbst 2016 der Handlungsbedarf für diesen Bereich bestätigt hat. Das teilen der Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (Landesbetrieb LBB) und die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) mit. Bereits bei der jährlichen Gesamtinspektion per Hubarbeitsbühne im Frühjahr 2016 wurden an der Westfassade zahlreiche lose Zementmörtelstücke entfernt. Die aktualisierte Schadenskartierung ergab dann, dass die Schäden dort besonders ausgeprägt sind.

Ursprünglich war das Stadttor des römischen Trier aus dem 2. Jahrhundert ohne Verfugungen errichtet worden, die Sandsteinquader waren in den Horizontalschichten mit Eisenklammern aneinander befestigt. Die sich jetzt lösenden Verfugungen stammen aus Renovierungen vergangener Jahrzehnte. Darüber hinaus wurde gegenüber der vier Jahre zuvor durchgeführten Untersuchung eine fortschreitende Erosion an der Sandsteinoberfläche festgestellt.

Bei der Restaurierung werden unter anderem schadhafte Zementfugen ausgebaut und, wo erforderlich, mit Kalkmörtel neu verfugt. Die Steinoberfläche wird mit verschiedenen Methoden gereinigt, unter anderem mit Heißdampf-, Partikelstrahl- und Laserverfahren. Hauptsächlich sollen die schwarzen Krusten auf der Sandsteinoberfläche reduziert werden, jedoch so, dass der optische Eindruck erhalten bleibt, dem die Porta Nigra (Schwarzes Tor) ihren Namen verdankt. Die schwarze Kruste ist übrigens schon im Mittelalter nachgewiesen und nicht nur Folge der neuzeitlichen Luftverschmutzung. Die dadurch entstandene Oberflächenverdichtung ist Ursache für viele Schadenprozesse am Sandstein: Abbrüche, Abplatzungen, Ausbrüche. An diesen Fehlstellen schreitet die Verwitterung besonders stark fort.

Ausgebrochene Zementmörtelfugen stammen aus Renovierungen vergangener Jahrzehnte. Foto: Landesbetrieb LBB Trier

Bildunterschrift: Ausgebrochene Zementmörtelfugen stammen aus Renovierungen vergangener Jahrzehnte. Foto: Landesbetrieb LBB Trier 

 

Des Weiteren wird der Bewuchs aus Moosen und Flechten entfernt. Auch werden Natursteinarbeiten durchgeführt. Dabei werden lockere Teile befestigt und schadhafte Steine teilweise gegen passgenau bearbeitete Ersatzsteine - sogenannte Vierungen - ausgetauscht. Ein detaillierter Restaurierungsplan, der mit den Denkmalschutzfachbehörden abgesprochen wurde, liegt vor. „Es freut mich, dass der Landesbetrieb mit seiner Niederlassung in Trier dieses Projekt hochprofessionell unter Einbindung der fachlichen Gremien betreut und in bestem Einvernehmen mit uns agiert“, sagt Thomas Metz, Generaldirektor Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz.

Das 30 Meter hohe Gerüst muss auf dem nur vier Meter breiten Streifen zwischen Simeonstift und Porta Nigra aufgebaut werden. Zudem darf es aus Denkmalschutzgründen weder an der Porta- oder Stift-Fassade noch an der zwischen Porta und Simeonstift erhalten gebliebenen historischen Stadtmauer angedübelt werden. Stattdessen sind Verankerungen mit Gegengewichten durch die Fensteröffnungen der Porta geplant. Die Restauratoren gelangen vom städtischen Grünstreifen an der Nordallee auf das Gerüst sowie mittels einer Gerüsttreppe über die Stadtmauer.

Der Durchgang zwischen Simeonstift und Porta-Westturm zum Haupteingang der Porta ist während der Auf- und Abbauphase des Gerüsts nicht möglich; erst wenn die Passage mit einem Schutzdach überbaut ist, kann der gewohnte Weg wieder geöffnet werden.

Zwischenzeitlich wird auf der innerstädtischen Seite vor dem Ostturm mit Apsis ein provisorisches Kassenhäuschen der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) aufgestellt und die Besucher werden über den Eingang im Ostturm geführt. „Die Porta Nigra ist zu jeder Zeit sicher zugänglich – das ist uns wichtig“, sagt Dr. Christoph Thein, Leiter der Trierer Niederlassungsleiter des Landesbetriebs LBB, der im Auftrag des Landes die Sanierung steuert. „Die Besucher müssen lediglich für die nächsten eineinhalb Jahre eine optische Einschränkung durch das an der Westseite aufgestellte Gerüst hinnehmen – da kommen wir leider nicht drum herum.“

Die Gesamtsanierung der Porta Nigra ist Bestandteil des „Managementplan Bauen“ für die römischen UNESCO-Welterbestätten in Trier. Bis Ende 2017 soll die Bedarfsplanung erfolgen und eine Bauunterlage über die erforderlichen Maßnahmen erstellt werden, die dann von 2020 an in mehreren Phasen umgesetzt werden könnten. Grundlage hierfür bildet eine Bestands- und Schadensaufnahme für 1,2 Millionen Euro, die ab 2012 bis Ende 2015 erarbeitet wurde.    

                

Landesbetrieb
Der Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (Landesbetrieb LBB) ist der Immobilien- und Baudienstleister für das Land Rheinland-Pfalz. Rund 1300 Mitarbeiter in landesweit acht regionalen Niederlassungen sowie der Zentrale in Mainz kümmern sich um die Bewirtschaftung und Optimierung des landeseigenen Immobilienbestands nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten. Der LBB setzt Bauvorhaben des Bundes inklusive der NATO und der Gaststreitkräfte, des Landes und Dritter um. Im wirtschaftlichen Eigentum des LBB befinden sich rund 1.750 Immobilien mit einer Mietfläche von 2,8 Mio. m². Dies sind Bürogebäude wie z. B. Ministerien, Finanzämter und Katasterämter sowie Spezialimmobilien wie z. B. Hochschulen, Justiz-, Polizei-, Forstgebäude, Museen und Schulen. Weiterhin erfolgen Baumaßnahmen für das Land an Burgen und Schlössern sowie für den Bund an Kasernen, Flughäfen und Pipelines.

 

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Claudia Renner
Leiterin Unternehmenskommunikation
Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung Rheinland-Pfalz (LBB)
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55116 Mainz

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