Startseite | Sitemap | Links
Logo - Landesbetrieb LBB

Sanierung erreicht Etappenziel

Mit besonderer Liebe widmeten sich die Restauratoren dem Figurenschmuck des Mittelrisalits. Foto: ADD
Kurfürstliches Palais in Trier bald ohne Gerüst

„Diese Sanierung ist kein Luxus“, sagte der Leiter der LBB-Niederlassung Trier, Reinhard Simon. „Sie wird so  wirtschaftlich wie möglich durchgeführt, um den Wert des Gebäudes als Verwaltungssitz und Kulturdenkmal auch für nachfolgende Generationen zu erhalten.“ Die letzte Fassadensanierung liegt mehr als drei Jahrzehnte zurück.

ADD-Präsidentin Dagmar Barzen freut sich über den Fortschritt bei den Bauarbeiten: „Das Arbeiten in einem so schönen Gebäude wie dem Kurfürstlichen Palais ist sicher etwas ganz Besonderes. Historische Renovierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen gehören damit zum Arbeitsalltag. Es ist eine Herausforderung und große Leistung für den LBB, die erfolgreichen Voraussetzungen für eine moderne Verwaltung in einem geschichtsträchtigen Gebäude zu schaffen. Ich danke daher den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des LBB für die gute Zusammenarbeit der letzten Jahre und weiß die kommenden Sanierungsarbeiten in guten Händen.“

Das Kurfürstliche Palais in unmittelbarer Nachbarschaft der Konstantin-Basilika zählt zu den bedeutendsten  Rokoko-Palästen der Welt. Sein Südflügel wurde um 1756 im Auftrag des Trierer Erzbischofs Johann Philipp von Walderdorff von seinem Hofbaumeister Johannes Seiz erbaut, einem Schüler des bekannten fränkischen Barockarchitekten Balthasar Neumann.

Die gesamte Fassade wurde mit schonenden Verfahren gereinigt und stark geschädigte Malschichten wurden teilweise komplett entfernt. Die anschließende Konservierung und Restaurierung sowie die Erneuerung der Farbfassung der Fassaden erfolgte mit einem  Reinsilikatfarbanstrichsystem. Sie orientiert sich an den Farbtonwerten der letzten Restaurierung von 1976/77, die auf den Originalfarbtönen des 18. Jahrhunderts basieren.

Fehlstellen im Natursteinbestand wurden mit einer farblich abgestimmten Steinergänzungsmasse ergänzt, die nach dem Aushärten nicht vom Originalstein zu unterscheiden ist. Stark belastete Steinbereiche wurden entsalzt.  Wo nötig, wurden lose Bauteile mit witterungsbeständigen Spezialdübeln fixiert. Defekte Fugen wurden vorsichtig ausgefräst und mit einem natürlichen Kalkmörtel verschlossen.

Ein besonderes Augenmerk galt den steinernen Rokoko-Figuren am Mittelrisalit, darunter eine Gruppe um die römischen Gottheiten Ceres und Apollon auf dem Giebel sowie die Puttengruppe am Balkon vor dem Erdgeschoss, die die vier Jahreszeiten verkörpern. Der Stein wurde restauratorisch behandelt.  

Zur Erneuerung der vergoldeten Fassadenzier wurden rund 16.000 hauchdünne, acht  mal acht Zentimeter große  Blattgoldblättchen verarbeitet – insgesamt nur circa170 Gramm, die jedoch auf der Fläche eine glänzende Wirkung entfalten.

Die Sanierung des Kurfürstlichen Palais wird im nächsten Jahr fortgesetzt. Im Frühjahr 2015 beginnen die Arbeiten am kürzeren, linken Fassadenabschnitt zwischen Konstantin-Basilika und Mittelrisalit. Sie sollen bis Herbst 2015 abgeschlossen sein. Zusammen mit der 2010 erfolgten Sanierung auf der Innenhofseite ist damit die Fassadensanierung vollendet. Anschließend folgt in verschiedenen Arbeitsabschnitten bis Mitte 2018 die Sanierung des mit Schiefer gedeckten Satteldachs.

Die Baukosten für die Sanierung der jetzt eingerüsteten Flächen von Fassade und Dachabschnitten am Südflügel des 1. Bauabschnitts inklusive Mittelrisalit liegen bei rund 630.000 Euro.

Die Baukosten der noch ausstehenden Sanierung des linken Fassadenabschnitts, einschließlich der Sanierung aller Dächer, werden unterhalb einer Million Euro bleiben. 

Über den Baufortschritt freuen sich ADD-Präsidentin Dagmar Barzen und Reinhard Simon, Leiter der LBB-Niederlassung Trier.


 

Presse-Archiv

Es werden alle Pressemitteilungen angezeigt. Die Filterung nach Kalenderjahren wird erst dann aktiv, wenn Sie ein Jahr auswählen.

Bitte auswählen:
 
Zur klassischen Website | Datenschutz | Impressum
© Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB), Rheinstraße 4E, 55116 Mainz