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Staatssekretär Dr. Weinberg besucht Burgruine Meistersel

Finanzstaatssekretär Dr. Stephan Weinberg (rechts) informierte sich an der Burgruine Meistersel über den Stand der Sanierungsarbeiten. Erläuterungen gaben u.a. der Landauer LBB-Niederlassungsleiter Achim Weber, die stellvertretende Geschäftsführerin des Landesbetriebs LBB, Dr. Petra Wriedt (neben Dr. Weinberg vor der Foto-Wand), und Architekt Marc Sattel (mit Bauhelm). Foto: Landesbetrieb LBB
Ramberg – Im Laufe des Jahres 2018 soll die Burgruine Meistersel, die in einer Schenkungsur-kunde des Bischofs von Speyer im Jahr 1100 erstmals erwähnt wird, größtenteils wieder für die Bürger begehbar werden. Derzeit arbeitet der Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (Landesbetrieb LBB) zusammen mit Bauforschern und der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) an einem Erschließungskonzept für Besucher. Vorgesehen ist unter anderem ein Rundweg und ein Steg über den Halsgraben als Verbindung zwischen Unterburg und Vorburg. Alte Brückenpfeiler an der Unterburg zeugen von einem früheren Zuweg an dieser Stelle.

An dem auch als „Modeneck“ bekannten Baudenkmal wird derzeit die Mauerwerksrestaurierung abgeschlossen. Gleichzeitig laufen umfangreiche Felssicherungsarbeiten an verschiedenen stark überhängenden Felsbereichen der Oberburg zum Schutz der Besucher. Geprüft wird auch, wie die archäologischen Fundstücke künftig öffentlich präsentiert werden können. 

 „Die Entscheidung des Landes im Jahr 2010, die Burg Meistersel aus Privatbesitz anzukaufen, war richtig und gut“, sagte Staatssekretär Dr. Stephan Weinberg. „Die Sicherungs- und Restaurierungsarbeiten an der vom Verfall bedrohten Ruine wurden zügig begonnen und werden voraussichtlich zum Jahresende abgeschlossen werden. Damit bleibt eine der ältesten Burgen der Pfalz als kulturelles Erbe für künftige Generationen erhalten. Das Land investiert insgesamt rund drei Millionen Euro in die Arbeiten an der Burg Meistersel.“

Zugewachsene Ruine musste erst freigerodet werden

Begonnen haben die Arbeiten unter der Leitung des Landesbetriebs Liegenschafts- und Baubetreuung (Landesbetrieb LBB) 2011, die Ruine war damals vom Verfall bedroht und völlig zugewachsen. Als erstes wurde das Bauwerk freigerodet und das Mauerwerk von Pflanzen und Wurzeln befreit. Akut einsturzgefährdete Teile wie das markant in Dreiecksform aufragende Mauerstück am Südende des Burgfelsens wurden zunächst notgesichert.

Erst danach konnte das Stahlgerüst mit zeitweise bis zu elf Stockwerken aufgebaut werden, das im Zuge der Arbeiten mehrfach versetzt und umgebaut wurde. Dabei arbeiten die Niederlassung Landau des Landesbetriebs LBB, Landesdenkmalpflege, Archäologen und das beauftragte, auf Restaurierungen spezialisierte, Architekturbüro Hand in Hand.

Bis Anfang 2014 wurden die Reste der beiden Gebäude auf der höchsten Ebene der Felsenburg (Oberburg) gesichert, die stark geschädigten Mauerkronen wurden ebenfalls gesichert und vor weiteren Schäden durch eindringendes Regenwasser geschützt. Gesichert wurde auch das kleine, vermutlich aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts stammende „gotische Fenster“ am Palas der Oberburg, das in dieser Form mit vier gleich hohen Spitzbögen in der Pfalz einmalig ist. Von zwei fehlenden Streben fand eine sich im Original wieder und wurde eingesetzt, die zweite in historisch getreuer Steinmetzarbeit ergänzt. An der spitzbogigen Toreinfahrt zur Unterburg wurde der Torpfeiler aufgemauert und mit verborgenen Stahlankern stabilisiert, die Stützwand zum Tal hin gesichert.  

In der zweiten Sanierungsphase ab 2014 wurden in der Unterburg Reste des in einer Urkunde von 1407 als „Steinernes Haus“ bezeichneten Gebäudes freigelegt und gesichert. Gesichert wurden auch die Verkleidung des Brunnenschachtes, die Schildmauer und die Mauer zur Vorburg. Der Keller unter dem „Steinernen Haus“ dient Fledermäusen als Winterquartier. Damit die geschützten Tiere ungestört bleiben, wurde dort ein Gittertor eingebaut. 

Neuer Steg und alte Felsentreppe: Denkmal soll für Besucher erlebbar werden

Die stellvertretende Geschäftsführerin des Landesbetriebs LBB, Dr. Petra Wriedt, sagte: „Im Zuge des Nutzungskonzepts sind wir auch dabei zu prüfen, wie die historische Felsentreppe zur Oberburg auf sichere Weise wieder für Besucher geöffnet werden kann. Der Erhalt von baulichen Kulturdenkmälern ist eine spannende Aufgabe, der sich der LBB im ganzen Land in Kooperation mit Denkmalpflege, GDKE und spezialisierten Fachbüros stellt. Das ist aber kein Selbstzweck: Die Baudenkmäler müssen für die Bürger erlebbar bleiben oder es wieder werden.“

Manfred Bullinger, Leiter Bau und Technik bei der Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE), sagte: „Die Übernahme der Burgruine durch das Land und die damit erst möglich gewordenen Sicherungsmaßnahmen sind in jeder Hinsicht ein Musterbeispiel dafür, wie die Rettung eines solchen Schatzes ablaufen sollte. Von Beginn an wurden  alle erforderlichen Fachdisziplinen beteiligt. Durch das enge Zusammenwirken von Architekten, Tragwerksplanern, Bauforschern und Archäologen sowie durch die sehr gelungene Umsetzung und Ausführung durch die vor Ort tätigen Firmen und Handwerker  wird die Baumaßnahme ein voller Erfolg. In diesem Fall insbesondere auch deshalb, weil mit Hilfe der Archäologie und der damit einhergehenden Bauforschung  völlig neue Erkenntnisse zur Burg und deren Geschichte gewonnen werden konnten, die den Umfang und das Ergebnis entscheidend beeinflusst haben.“

Zu den überraschenden archäologischen Befunden zählen Mauerreste einer Vorgängerburg vor 1100, die vermutlich aus der Zeit der Salier stammt. Sichergestellt wurden auch Konsolsteine, die einst aus dem Mauerwerk ragten, und Wappensteine von Speyerer Bischöfen aus dem späten Mittelalter. Die Funde sind bei der Landesarchäologie in Speyer eingelagert und sollten künftig vor Ort präsentiert werden. Entdeckt wurde auch ein in den Fels geritztes Mühle-Spiel. Werfer-Kugeln, Pfeilspitzen, Teile von Armbrüsten und Brandspuren deuten auf eine kriegerische Auseinandersetzung hin. Die Burg wurde im 13. Jahrhundert fast vollständig zerstört, was vorher nicht bekannt war. Künftig sollen touristische Tafeln über die Baugeschichte der Meistersel informieren.

 

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